Goddess of Desire

Wie bei vielen True Metal-Bands trifft auch hier der Satz zu, entweder man liebt sie oder man hasst sie. Zumindest sind Goddess of Desire voll von dem überzeugt was sie tun und im Grunde wollen sie zum einen ihre Einstellung ausleben und zum anderen ihren Fans und denen die es noch werden wollen einen Riesenspaß bereiten. Und dagegen kann man wohl nichts haben. Nach einem tollen Auftritt auf der Sacred Steel-Release-Party nahm ich die Gelegenheit war und habe mich ein bisschen mit Grev Drake (g) unterhalten. Die Antworten sind zwar meist etwas knapp, aber was will man kurz nach einem Gig verlangen.

Grev, ihr verkörpert, wie kaum eine andere Band, den True Metal mit all seinen Klischees). Was gibt Euch die Kraft so true zu sein, während man mit mehr Trend, mehr Erfolg haben könnte?

Wir lieben es den alten Metal zu spielen, denn wir waren damals, in seiner Hochphase in den 80er-Jahren, sehr jung. Diese Musik von damals ist ein sehr großer Einfluss, weil diese Zeit uns viel bedeutet. Es gab viele gute Bands, viele geniale Schallplatten. Außerdem haben wir zu dieser Zeit angefangen Musik zu machen und Instrumente zu erlernen.

Erzähl doch bitte etwas über die Entstehung von Goddess of Desire.

Es war in 1995 als wir die Idee hatten, eine Doommetalband zu gründen. Wir fanden die ganze Hardcoreszene scheißemüde und trauerten den Bands aus unserer Jugend nach. Deshalb haben wir auch Klamotten ausgegraben, die manche Bands in dieser Art auch schon so trugen. Seit dieser Zeit ist alles sehr schnell gegangen. Da wir noch keine Songs geschrieben hatten, coverten wir Lieder von Slayer, Hellhammer und Venom. Auch Feuer und Feuerwerk haben wir damals schon benutzt. Zwischenzeitlich haben wir schon zwei CDs gemacht und besonders in Deutschland haben wir jetzt sehr viel Fans gewinnen können.

Welche musikalischen oder persönliche Einflüsse haben die Mitglieder von G.O.D.? Was hat Euch geprägt und veranlaßt, diese Musik zu machen.

Unsere Einflüsse kommen, wie teilweise schon gesagt von den älteren Bands wie Celtic Frost, Slayer, Manowar und Venom. Diese Bands waren damals sehr extrem und hatten auch ihren einzigartigen Sound.

Wenn ich es richtig sehe, habt Ihr bisher noch kein Label. Worin liegen Eurer Meinung nach die Gründe?

Ich weiß nicht warum es so lange dauert, aber wir reden derzeit mit einem Label, welches Interesse hat. Nächsten Monat kann ich dazu mehr sagen.

Und zwischenzeitlich ist es amtlich. Goddess of Desire wurden von Metal Blade gesignt und werden am 19. April 1999 ihre neue CD dort veröffentlichen.

Wenn man die Zeile auf dem Longsleeve "make all christian assholes bleed" liest könnte man denken Ihr seid Satanisten ...

Ja und nein. Wir glauben, daß jeder für sein eigenes Schicksal verantwortlich ist. Wenn ich zum Beispiel einen guten Job abliefere, dann werde ich belohnt. Mache ich Scheiße, dann trifft mich auch die Strafe. Es gibt keinen Gott, der alles für jeden macht. Es gibt gute und schlechte Menschen, keine Christen und Satanisten. Aber wenn du unsere Ansicht als Satanismus siehst, dann sind wir Satanisten.

Welche Bedeutung hat Eure super Show für Euch? Wollt Ihr nur den Fans ein Spektakel bieten oder liegt der Grund tiefer? Als was seht Ihr Euch in den Bühnenklamotten?

Unsere Show ist für uns sehr wichtig, da sie ausmacht wer wir sind. Wir finden es sehr wichtig, daß die Fans wissen wer wir sind und wissen das sie bei uns unterhalten werden. Es unterscheidet uns von vielen anderen. In unserer Bühnenkleidung sind wir Goddess Of Desire! Wir könnten natürlich auch Jeans anziehen und Nike-T-Shirts, aber das ist nicht Metal. Meiner Meinung nach kann man nur Metal sein, wenn man so aussieht. Metal ist eine Lebensweise, nicht nur Musik!

In Wacken und bei der Sacred Steel-Releaseparty hattet Ihr gelungene Auftritte mit guten Resonanzen in der Presse. Hat sich das schon für Euch spürbar gemacht?

Ja, sicher! Wir haben jetzt viele Fans in Deutschland, dem Metalland überhaupt, gewonnen. Aber auch aus Schweden und Italien kommen jetzt Leute um uns zu sehen, da sie von uns gehört, etwas gesehen oder gelesen haben.

Nun eine persönliche Frage, was macht Ihr wenn Ihr nicht Musik macht, wovon lebt Ihr und bezahlt Eure Rechnungen?

Haha, wir haben Jobs wie jeder andere auch. Ich bin Computer-Ingenieur, Count ist Gemeindebeamter (!!!! D. Verf.), Emperor putzt, Delilah ist Civil-Ingenieur und Lilith ist Automotorentechnikerin.

Wie sehen die nächsten Aktivitäten der Band aus? Steht Live oder im Studio was an?

Wir machen jetzt eine neue Scheibe mit Live-Aufnamen aus Wacken. Mittlerweise haben wir auch einen neuen Gittarist gefunden, der uns unterstützt. Daneben haben wir auch schon einige neue Songs geschrieben. Wart´s ab bald kommt ein neues Lebenszeichen von uns.

Jeder spricht vom Metal, vor allem TrueMetal-Boom, trotzdem gehen immer mehr Labels pleite (trotz der Charteinstiege von einigen Bands), fast mehr als kaum jemand mehr vom Metal sprach. Wie seht Ihr die aktuelle Situation und wo wollt Ihr hin?

Wir wollen den richtigen Metalspirit wieder zurückbringen, da die ganze Szene derzeit noch verpißt ist. Bands wie Marilyn Manson usw. werden als als "Metal" bezeichnet, aber was haben diese Bands wirklich mit Metal zu tun? Auch an Crossover kann ich nichts finden. Metal soll rein sein, nur Metal und kein Metal-Rap oder Metal-House.

Durch die derzeitige Situation gibt es immer weniger kleine Labels und nur wenige Große. Ich sehe daher die Gefahr, daß dadurch der Untergrund -was für den Metal immer wichtig war- irgendwann verschwindet. Wie steht Ihr dazu?

Naja, der wirkliche Undergrund wird immer existieren, da er aus Menschen besteht die immer etwas Besonderes suchen. Große Labels haben das nicht und machen Metal kommerziell und teuer. Dadurch können die Kids nicht mehr in die Szene einsteigen, da sie es nicht bezahlen können.

Ja, gut aber eine Michael Jackson-CD ist auch nicht billiger als eine G. O. D. Aber lassen wir es mal so stehen.

Du weißt wie ich das meine, die können nicht überall sein. Die meisten Metalsachen sind eben nicht in jeder Stadt, außerdem können sie sich keine Sachen vom Radio aufnehmen, was beim Pop kein Problem ist.

Vor diesem Gesichtspunkt hast Du sicher recht. Ich danke Dir für das Interview und ...... METAL TO THE METALS !!!!!!!!

Marco.