Death 3.6.1998 in Köln - Live Music Hall


Wat, die gibt es noch? - war meine erste Reaktion, als ich davon hörte, das DEATH persönlich auf dem Dynamo spielen sollen. Nach zwei erfolglosen Versuchen diese Urväter des Deathmetals zu sehen (Eine Tour abgesagt, die andere ohne Chuck durchgezogen) war ich Feuer & Flamme, endlich die Band mit dem bekanntesten Namen endlich richtig (!) live zu sehen. Aber deswegen zum Kommerzfest Nr. 1 Dynamo Open Air? Nö, weil drei Tage später waren Death ja in Köln, also nix wie hin da!

Überraschungsopener war die Voerder Band Night in Gales, welche ihr neues Album "Thunderbeast" dem doch reserviertem Publikum vorstellen wollte. War zu Beginn des Auftritts die Halle mit ca. 40-50 Fans sehr spärlich gefüllt, aber von Song zu Song wurden es mehr Leute, die der Band gegenüber immer wohlwollender wurden. Vor allem der Song "Shadowchamber" konnte die Massen begeistern, man kann gespannt sein, wie das ganze Album wird, welches am 22.Juni erscheinen soll. (O.K., ich habe es gehöhrt und es ist wesentlich besser als das doch enttäuschende NB-Debut "Towards the twilights") Alles in allem ein Auftritt, mit dem Night in Gales mit Sicherheit neue Fans gebracht hat.

Hiernach enterten Dew-Scented die Bühne und sofort wurden im Publikum Stimmen laut, so frei nach dem Motto: "Boah, ich wußte nicht, daß Obituary heute hier spielen!" Und richtig, man könnte fast meinen die kleinen Death-Metal Götter um die Tardy-Brüder würden auf der Bühne stehen. Besonders Sänger Leif Jensen bringt eine ungeahnte Energie auf die Bühne, die das Publikum sofort zum Mitmachen nötigt. Auch der Schlagzeuger Uwe scheint einfach nur eine besondere Art Schüttelfrost zu besitzen, so schnell und vor allem genau sitzen seine Schläge. Wau, was für eine Darbietung! Schnell, schneller, Dew-Scented! Sehr lustig auch, die Ankündigung von Leif, nun ein Stück zum Verschnaufen zu spielen, die Power und Schnelligkeit dieses Stückes würde so manche Band zu Krüppeln machen. Als angenehme Überraschung gab es zum Schluß noch ein Coversong und zwar das extrem geil umgesetzte "Fatal if swallowed" von Overkill. Leute, das könnte DIE (!!!) nächste Band werden. Seht sie euch möglichst bald an, kauft ihre CD`s und bombadiert sie mit Briefen. Die haben es echt verdient!


Und dann war es soweit, nach 10 Jahren des erfolglosen Versuchens würde ich endlich solche Klassiker wie Scream Bloody Gore, Leprosy oder Spiritual Healing von Chuck persönlich zu Gehör bekommen. Chuck kam, er sah und er siegte!??! Naja, fast, ich glaube, viele Leute (Ich auch!) nahmen es ihm Übel, das er sich auf seine Post-Spiritual Healing Phase konzentriert. Nicht, das diese Songs schlechter wären, aber wahrer Kult sind natürlich die ersten drei Scheiben (Immer diese ewig gestrigen, ich weiß). Auch wurden zwei neue Songs präsentiert, deren Titel ich leider nicht verstanden habe. Der erste war richtig Klasse, bis auf den superfrickligen Mittelpart, mit dem Chuck wohl allen zeigen wollte, das er nichts verlernt hat. Der zweite Song war auch obere Liga, aber noch nicht das Non-Plus Ultra!

Die Show, die Death boten, war jedoch als enttäuschend zu werten, selten habe ich eine so statische Band gesehen. Alle Mitglieder scheinen Beamtenmikado zu spielen, so frei nach dem Motto: "Wer sich zuerst bewegt, der hat verloren"

Nach ca. 90 Minuten war Schluß, aber Chuck ließ sich davon überzeugen, noch einmal die Bühne zu entern und empfahl seinen Fans, den "Stecker zu ziehen" JAWOHL, PULL THE PLUG, ein alter Song, Gott war das Geil, darauf habe ich 90 Minuten gewartet, denn Song hätte er auch zehnmal am Abend können, dann wäre das Konzert nochmal so schön gewesen.


Fazit ist, daß der Fanzuspruch sehr enttäuschend war (gerade mal halbvoll) und es taktisch unklug war, so kurz nach dem Dynamo eine Tour zu fahren, ohne ein neues Album im Gepäck zu haben. AUßERDEM: WAS SOLL DER SCHEIß; DAS ES KEINERLEI MERCHANDISE VON DEATH GAB.