Heavens Gate-Menergy

Heavens Gate gehören schon seit über einem Jahrzehnt zu den beständigsten deutschen Metalbands. Zwischenzeitlich veröffentlicht die Band, die vor allem in Japan recht erfolgreich ist, mit Menergy ihr neuntes Album. Was sich schon auf dem letzten (zählt man das Akustikscheibchen In the Mood nicht mit) planet e. angedeuted hat, wird hier bestätigt. Die Band scheint nun endlich ihren eigenen Stil, abseits der glattpolierten Melodicproduktionen gefunden zu haben. Der Opener unterstreicht dies recht heftig, wobei er nicht repräsentativ für den Rest des Albums ist. Die Band eröffnet Menergy mit einem recht sperrigen, trockenen Rocker, der nicht so recht zu den bisherigen Veröffentlichungen, aber auch nur bedingt zu den neuen Sachen passt. Insgesamt beinhaltet die CD 24 Nummern, aber keine 24 Songs. Das liegt daran, dass zwischen sämtlichen Songs kurze Intros eingebaut wurden, die das Konzept der CD, nämlich den Widerspruch zwischen Fortschritt und Natur, rüberbringen sollen. Mit "Mastermind" folgt dann ein schon eher wieder an Heavens Gate erinnernder, schneller und melodischer Song, der den Hörer auf den Titeltrack vorbereitet. "Menergy" ist ein wunderschöner Melodicsong mit ruhigem und eingängigem Refrain sowie mitreißenden, groovigen Riffs. Der Gesang erinnert vor allem in den hohen Lagen an die älteren Judas Priest zu Stained Class-Zeiten. Daneben baut dieser Song ein kühle, technische Athmosphäre auf, die den Großteil des Album bestimmt. Das Album steigert sich von Song zu Song und bietet daneben hervorragende Abwechslung. Die Experimente mit spanischen Gitarren, funkigen oder bluesigen Einflüssen wirken niemals störend, da sie nicht zu stark in den Vordergrund gerückt werden. Heavens Gate haben den Bereich des (Speed)-Melodic zwar nicht verlassen, sie glänzen aber durch eine gewisse Rauhheit und Progressivität, die der Musik besondere Spannung verleiht und langanhaltenden Spaß an diesem Silberling verspricht. Unbedingt reinhören!

9,0 Punkte
Marco.