Mercyful Fate-9
Mit 9 legt die Band um den legendären Mastermind King Diamond nun auch ihr, wie könnte es anders sein, neuntes Album vor. Nach wenigen Takten wird klar, dass man gegenüber dem Vorgänger "Dead Again" wieder wesentlich straighter geworden ist und die Songs auch nicht ganz so dunkel sind. Der Opener "Last Rites" ist ein eingängiger Uptemporocker mit typischen King Diamond-Vocals. Im Mittelteil geht dann so richtig die Post ab und die beiden Gitarristen Mike Wead und Hank Sherman überbieten sich bei ihren wunderbaren Soli. Mit "Church of Saint Anne" kommt dann für mich schon eines der Highlights überhaupt. Schleppend mit einem tollen Groove und einem Refrain, den man fast nicht mehr aus den Ohren bekommt. Eine eiskalte und düstere Atmosphäre erzeugt die Band dann bei "Sold my Soul". Ebenfalls ein Klassesong mit einer geilen Melodie. Irgendwie klingt die Band auf "9" anders, sehr powervoll und auch gut hörbar für Leute, die Mercyful Fate bisher nicht so mochten. Die Extremvocals gibt es hauptsächlich nur im Chorus. "House On the Hill" beginnt mit viel Speed und tierischen Drums. Eingängigere Songs kann man kaum noch schreiben ohne zu glatt zu werden. Ich muss zugeben das hätte ich nicht erwartet, die Songs kommen recht schnell auf den Punkt und die Band klingt kraftvoller denn je. Es ist bei jedem Ton zu hören, dass hier Ausnahmemusiker am Werk sind, besonders hervorheben möchte ich die Gitarrenarbeit auf "9", so starke Riffs und Soli sind heute leider nicht mehr allzu oft zu hören. Der einzige Song, den ich nicht so gelungen finde ist der ruppige, stark gebreakte Titelsong, aber dafür sind die acht anderen umso besser. Wer bisher keine Probleme mit King Diamonds Vocals hatte kann auf jeden Fall zugreifen, anderen empfehle ich auf jeden Fall, die CD mal anzutesten. Welche Note? Na klar, 9!
Marco.