Motörhead-Live
Mr. Kilmister dachte sich, "No sleep ´til Hammersmith" ist schon so lange her, da wird es Zeit für ein neues Live-Album. Womit er sicherlich recht hat, das schon viel Zeit seit dem Live-Hammer der 80er verstrichen ist. Für mich ist dieses Doppelalbum jedoch ein zwiespältige Angelegenheit. Zum einen kommt man an die Power des alten Live-Albums nicht heran, zum zweiten enthält das Songmaterial einfach zu viele Längen. Der Querschnitt reicht zwar durch die ganze Karriere, der Funke springt aber nur bei den Sachen so richtig über, die auch auf dem ersten Live-Album enthalten sind. Ich weiß viele werden mich steinigen, aber ich finde dieses Album bietet in erster Linie den Leuten etwas, die auch heute noch Motörhead-die-hard-Fans sind. Und für diese sollte es schließlich auch gedacht sein. Geboten wird dreckiger Motörhead´n Roll in einer guten Live-Stimmung. Besondere Athmosphäre wird auch durch die vielen deutschen Ansagen von Lemmy vermittelt. Meines Erachtens fällt jedoch insbesondere die zweite CD im Mittelteil etwas ab, was durch die letzten Songs, "Ace of Spades", "Bomber" und "Overkill" zumindest teilweise wieder wettgemacht wird. Mit "Stay Clean, Iron Fist" und "Capricorn" sind weitere Klassiker enthalten. Hätte man einige ruhigere Dinge weggelassen, dann wäre das Album vielleicht ein weiterer Meilenstein in der langen Karriere der Band gewesen, so fühlte ich mich bei zwei oder drei Songs an Neil Young erinnert.
ohne Wertung
Marco.