Path of Debris-Interview mit Drummer Roland

Mit "The Eyes of the Basilisk" legten die Bayern Ende letzten Jahres ein Hammeralbum des melodischen Deathmetal vor. Das es sich dabei um ein Debüt handelt macht die Sache noch beeindruckender. Grund genug bei der Band mal nachzufragen, wie es dazu kommt, dass man im tief katholischen Bayern solch eine unchristliche Musik macht. Fast wäre das Ganze jedoch noch ins Wasser gefallen, nee besser in den Schnee, denn auf Grund eines wahren Weltuntergangswetters hätte ich fast den Anruf von Drummer Roland verpasst, der mir auf Nachfrage gleich die History der Newcomer verriet.

Wir haben die Band 1993 gegründet und 1994 unser erstes Demo aufgenommen. Nachdem wir 1995 ein weiteres Demo released haben, kam 1996 die "When Darkness descends"-Mini-CD heraus. Trotz des Untergrundstatus konnten wir 2200 Teile davon verkaufen. Ein ordentlicher Erfolg, der uns Mut machte weiterzumachen.

Als wir jetzt für "Eyes of ..." ins Studio gegangen sind hatten wir noch keinen Basser und Keyboarder. Die beiden stießen erst im Studio zu uns, wobei der Bassist ein alter Kumpel von mir ist, den ich einfach für die Band verhaftet habe. Für den Keyboarder war es zuerst ein Studiojob, aber nachdem er ein paar Gigs mit uns gespielt hat und es ganz lustig fand, hat er sich entschieden dabei zu bleiben.

Ihr könnt aber keine gute Bayern sein, wenn ihr solch einer unkatholischen Musik fröhnt ...(Frage war natürlich nicht ganz ernst gemeint).

Naja, hier werden wir halt alle katholisch getauft. Von den älteren Leuten her gibt es da schon gewisse Bemerkungen, mit den Jüngeren haben wir keine Probleme. Die Leute können aber glauben was sie wollen, die ganze Sache mit der Kirche geht mir am A.... vorbei. Ich und jeder von der Band hat seine eigene Meinung und seine eigene Einstellung. Jeder soll das machen, was er für richtig hält.

Mit was spült ihr euch denn so die Ohren frei, wenn ihr nicht gerade eure Mucke macht?

Unser Keyboarder, der früher in einer anderen Band gespielt hat, der hört so in die Richtung Black Sabbath und die ganz alten Metalsachen. 70er Musik. Ich und die anderen stehen auf den traditionellen Heavy Metal, Iced Earth sind einfach genial. Genauso hören wir so Sachen wie Bolt Thrower und ähnliches. An Dimmu Borgir kommt man auch nicht vorbei, wenn man ehrlich ist. Ich selbst war damals überrascht, wie gut eine Black Metal-Band sein kann. Wir sind eine ziemlich offene Band im Hinblick auf unseren Musikgeschmack, genauso wenig lassen wir uns bezüglich unserer Musik in eine Schiene pressen. Wenn uns was einfällt und es gefällt uns, dann nehmen wir es auf, ob es Death Metal ist oder nicht. Das ist doch das schöne an der Musik, man kann machen, was man will.

Ihr seid mit dem Vertrieb bei ZYX. Auffallend ist, das dieses Label in letzter Zeit sehr viel extreme Musik auf den Markt bringt. Seid ihr zufrieden mit der Arbeit?

Da kann ich noch gar nicht viel zu sagen. Wir sind bei einem Label und wer den Vertrieb macht, darum kümmern wir uns nicht. Ich weiß das ZYX den Vertrieb für einen Teil von Europa macht, während Pavement unsere Scheibe in den Staaten und Kanada unter die Leute bringt. Wie die genau arbeiten, da weiß ich nicht Bescheid. Was mich interessiert, ist das die CDs auf den Markt kommen, und das scheinen sie auch. Alles andere ist uns nicht so wichtig, wir konzentrieren uns lieber auf die Musik. Da sollen sich andere, die wir dafür auch bezahlen, damit beschäftigen. Wir haben bei SystemShock bzw. Impact Records unterschrieben und die sind die einzigen, deren Arbeit uns interessiert.

Beim Hören von "Eyes of ...." lagen mir keine Lyrics vor, aber Artwork und Songtitel lassen auf ein Konzeptalbum schließen ....

Ja, es ist ein reines Konzeptalbum. Wir behandeln eine komplette Story auf der Scheibe. Das Cover zeigt den Basilisken, ein Fabelwesen, keine Erfindung von uns. Es ist eine Mischung aus einem Hahn und einer Schlange, die die Fähigkeit hat, dich in Stein zu verwandeln, sobald es dich mit seinem Blick erfasst. Wo der Basilisk auftaucht, kommt auch das Böse mit. Er ist die Schlüsselfigur in der ganzen Geschichte, die eine reine Fantasystory ist. Das Konzept dreht sich um einen jungen Krieger, Hass, Liebe und Tod etc. Alles entspringt aus der Fantasie unseres Sängers, bis auf den Basilisken, den es -wie gesagt- in verschiedenen Sagen gibt. Im Booklet, welches auf den Markt kommt, wird das alles ausführlich beschrieben. Derjenige, der sich die CD kauft, soll auch wissen um was es geht. So wie ich den Rainer, der als unser Sänger alleine für die Lyrics zuständig ist, kenne, stecken auch keine versteckten Messages dahinter, sondern reine Fantasy. Rainer ist ein riesiger Fantasyfan. Er, ich aber auch, ist von Mythen, wie Herr der Ringe total fasziniert. Die Geschichten sind einfach total geil. Man kann so richtig den Alltag vergessen und in andere Welten eintauchen.

In diesem Zusammenhang würde mich noch interessieren, was der "Pfad von Debris" eigentlich ist? (Für noch nicht Eingeweihte der Bandnamen spricht sich Paf of Dibri aus)

Was das ist??? Das heißt auf deutsch Trümmerpfad. Einen Trümmerpfad zu begehen, das heißt immer wieder Steine aus dem Weg zu räumen. Der Aufstieg auf diesem Pfad ist immer sehr schwer und mühsam. Den Rest können sich alle wohl selber zusammen reimen ....

Wenn ihr dann oben seid, ändert ihr den Namen ...

Lassen wir uns mal überraschen. Die Steine bzw. den Weg, den man zurückgelegt hat, den wird man nie vergessen.

Hoffen wir mal, das wenn ihr oben seid, ihr nicht wieder den steinigen Weg runter müsst ...

Das Leben ist ein stetiges auf und ab.

Eure CD ist ja nun zwischenzeitlich schon ein paar Wochen auf dem Markt, wie seid ihr mit den bisherigen Reaktionen zufrieden?

Über die Verkaufszahlen haben wir bisher absolut keinen Überblick. Die Reaktionen von der Presse sind schon sensationell. Da können wir uns bisher überhaupt nicht beschweren. Egal wo es ist, gut ein, zwei schlechte sind immer drin, es sieht bisher einfach gut aus.

Wer so ein gutes Feedback bekommt, der sollte auch was dafür tun, das es so bleibt, wie sehen die nächsten Aktivitäten aus? Kann man hoffen euch auch live zu sehen?

Wir haben einige Konzerte jetzt gebucht bekommen. Eine Tour ist nach Aussage vom Label angeblich in Planung. Mit wem, was, wie, wann, wo, weiß aber noch kein Mensch. Also an die Zukunft zu denken rentiert sich eh´ nicht, die kommt sowieso schnell genug. Von den Liveaktivitäten mal abgesehen, haben wir schon wieder vier neue Songs fertiggeschrieben. Die sind unserer Meinung nach um einiges besser als das bisherige Material. Sie sind wesentlich ausgereifter vom Songwriting her. Wir entwickeln uns ständig weiter.

Apropos Entwicklung, wie siehst du die aktuelle Entwicklung in eurer Musiksparte? Nicht jedes Debüt haut einen so vom Hocker wie das eurige.

Im Grunde schaue ich nur auf meine Band und wenig zur Seite. Der Markt ist dermaßen voll, das du gar nicht mehr dazu kommst, dich davon abzuheben. Das schaffen nur die ganz wenige guten und ich hoffe wir gehören dazu. Der Markt ist zur Zeit dermaßen übersättigt. Aber nachdem der Metal zur Zeit wieder boomt, hoffe ich, dass wir zumindest die richtige Zeit erwischt haben. Richtung Osten geht metalmäßig richtig was ab. Es kann uns aber genauso passieren, wie jeder anderen Band auch, das wir einfach nicht gehört werden, weil soviel rausgeschüttet wird. Es gibt schon viel Sachen, die nicht so toll sind und viele Plattenfirmen, die meinen, sie müssen das schnelle Geld verdienen. Das Traurige ist, dass die Bands und die Musik darunter leiden. Die Firmen sollten sich mal überlegen, dass es nicht nur um das Geld geht, sondern die Hauptsache die Musik ist. Schließlich gibt es eine Plattenfirma wegen Musik und nichts anderem. Uns als Band interessiert die Musik, wir lieben die Musik, nicht das Geld. Diesen Spirit sollten die Labels auch mal haben. Sie sollten sich mal bemühen wieder die jungen Leute für den Metal zu gewinnen, auch wenn die Musik nicht im TV und Radio läuft. Die Jugend muss wieder an unsere Musik rangebracht werden. Sonst kommt irgendwann nichts mehr nach. Die Labels greifen sich eine Band und lassen sie so billig wie es nur geht aufnehmen. Dann kommt das Teil mit so gut wie gar keiner Werbung auf den Markt und man lässt sich überraschen wie es läuft. So geht das nicht! Aber so wird es gemacht. Viele Labels haben es nicht kapiert, dass sie richtig was investieren müssen, wenn die Bands und damit schließlich auch das Label Erfolg haben sollen. Aber es fehlt den meisten Leuten, die sich in der Branche tummeln einfach am Konzept, wie man Erfolg macht. Und solche Plattenfirmen, sollen meiner Meinung nach richtig auf die Fresse fallen. Schnelles Geld ist in unserer Musikrichtung nicht zu machen.

Gute und harte Worte, die aber nur zu wahr sind! Ich wünsche euch, dass ihr die richtigen Leute hinter euch habt.