Sacred Steel Release Party 20.11.1998
Scala-Theater in Ludwigsburg

Austragungsort dieser "Heavy Metal Battle" hat war ein Kino (!!!). Das liegt daran, daß Sacred Steel bereits letztes Jahr dort ihre Release-Party feierten und wenn die Sitze ausgebaut sind, ist das Scala dafür auch ganz brauchbar. Die Bands hatten durch die vorhandene recht großzügige Bühne die Möglichkeit einiges an Show aufzufahren, was zum Beispiel in der Rockfabrik oder auch bei Support-Touren nicht möglich ist. Als Support-Bands hat man sich alte Kumpels, nämlich Goddess of Desire und Wizard ausgesucht. Das Publikum glich einem internationalen Treffen der TrueMetal-Prominenz. Insgesamt waren ca. 250 bis 300 Besucher anwesend, und um es vorwegzunehmen, es hat sich für sie gelohnt. Hätte man Werbung wie im üblichen Stile gemacht, so denke ich wäre die Zahl noch viel höher gewesen. Als mit einiger Verzögerung Wizard auf die Bühne gingen, konnten es die meisten Fans nicht mehr erwarten. Und die Band um Drum-Monster Snoppy gab ihnen das, wonach sie lechzten. Die Band, die leider immer noch etwas zwiespältig, entweder man liebt sie oder man haßt sie, aufgenommen wird, wurde ihrer Anheizerrolle absolut gerecht. So knallte man dem Publikum einen Hammer nach dem anderen vor den Latz. Wie ich anschließend von einigen Anwesenden erfuhr, hat die Band an diesem Abend einige neue Fans hinzugewonnen. Schade nur, daß mein persönlicher Fave "The Liberation" fehlte, aber es sollte ja auch kein Balladenabend werden. Auf jeden Fall ein amtlicher Gig. Ich bin der Überzeugung von dieser Band hören wir noch mehr. Nach einer erträglichen Umbaupause brannte die Bühne im wahrsten Sinne des Wortes. Goddess fuhren wieder ihr Show-Programm ab. Auch wenn man mit der Musik, die an Venom oder Motörhead erinnert, nicht viel anfangen kann, so ist zumindest die Show eine Augenweide. Das Publikum tobte, und die Hölländer (Schreibfehler beabsichtigt!) brannten ein wahres Metal-Feuerwerk ab, dröhnende, alles niederwalzende Musik verbunden mit einer klischeebehafteten, aber kurzweiligen Show. G.O.D. wollen nicht innovativ sein, sie wollen unterhalten und das machen sie hervorragend. Ich dachte immer ich sei musikmäßig einigermaßen anspruchsvoll, komischerweise, haben mir die Jungs trotzdem viel Spaß gemacht. Und darum geht es wohl! Sacred Steel wurden anschließend abgefeiert, als ob es sich um die Metallegende schlechthin handelt. Und vielleicht sind sie das irgendwann auch. Ein Knaller jagte den anderen, daß Publikum raste! Es wurde gebangt, gestagedived, mitgesungen. Die Jungs haben Zukunft. Wer wegen der Einfachheit des Debüts, die Band für eine Eintagsfliege hielt, dem wird bald das Lachen vergehen! Sacred Steel sind True Metal! Und die Fans lieben sie dafür. Songs wie "Wargods of Metal, Carnage rules the fields of Death, Empire of Steel, Dethrone the Tyrant King" sowie die Cover "Battle Cry, Hail and Kill, Breaking the Law" taten ihr übriges. Gerrit hatte die Menge im Griff, so als ob er das jeden Tag machen würde. Um so unglaublicher diese tighte Spielweise, obwohl die Band in der Vergangenheit ja nicht gerade mit Auftrittsmöglichkeiten gesegnet war. Die im Frühjahr anstehende Tour mit Nevermore, wird wahre "Live-Maniacs" aus Ihnen machen. Alles in allem die Erwartungen wurden voll erfüllt. Sacred Steel sind eine Macht und Vorsicht an jeden der sie als Support verpflichtet. Als alles weit nach Mitternacht zu Ende war, waren sowohl die Bands als auch die Fans geschafft. Aber es ging noch weiter, die Aftershowparty in der Rockfabrik rief. Aber darüber weiß ich aus irgendwelchen Gründen nicht mehr viel in meiner Erinnerung zu finden.

Marco.