Wizard-Bound by Metal
Nachdem es die vergangenen Wochen etwas ruhiger oder vielleicht auf Grund der Qualität der Veröffentlichungen etwas enttäuschender war, fliegt uns zur Zeit ein Hammer nach dem anderen um die Ohren. Zugegeben, mir haben schon die beiden vorherigen Veröffentlichungen der Bocholter gefallen, aber das sie mit so einem Killeralbum antreten, dass hätte ich niemals gedacht. Die Steigerung liegt sowohl im Songwriting als auch bei der Produktion, die erstmals so richtig knallt und den Maßstäben entsprechend ausgefallen ist. Nach einem kurzen Intro knallt mit "Hammer, Bow, Axe & Sword" ein wahrer Powersmasher aus den Boxen, der zeigt, wo es die nächsten elf Songs lang geht. Voll in die Fresse! Insbesondere Sänger Sven klingt nun endlich einmal so, als ob er mit der Band singen würde. In der Vergangenheit "schwebte" er auf Grund der Produktion immer über der Musik. Alle Beteiligten lassen den Hörer den Spaß an der Sache spüren, klasse Drums, geniale Gitarren und ein Sänger, der vor allem auch in höheren Lagen überzeugen kann, schade nur, dass er es so selten macht. Mit "Brave Warriors" folgt die nächste Schlachtenhymne, der Nacken bekommt keine Sekunde Erholung. Erst "Dark Wings", ein grooviger Uptemposong, lässt die Halswirbel etwas entspannen. Bombastisch und Athmosphärisch wird es dann bei "Mighty Wizard", welches zwar schnell beginnt, sich aber durch einen ruhigen Zwischenpart auszeichnet. "Nice day to die" und "Gladiators of Steel" verlangen den Ohren und dem Körper wieder das Maximale ab, bevor mit "Unicorn" eine schöne und stimmungsvolle Halbballade kommt. Bei "Believe in Metal" stellen die Jungs nochmal klar, was auf Grund der bisherigen Songs bereits keiner mehr bezweifelt. Mit "Spill the blood of my enemies" und "Battlefield of Death" kommen dann zwei geile Songs, die von der Bassarbeit ein wenig an Manowar erinnern und nicht weniger krachen als die Amis auf ihren ersten Alben. Der folgende Titelsong wird der absolute Livehammer werden. "Bound by metal" ist eine groovende, eingängige Hymne mit sehr schönem Gitarrensolo im Mittelteil. Diese CD und die Band sind Paradestücke des deutschen TrueMetal. Wer mit den Klischees leben kann und wem krachende Songs mit tollen Mitgröhlmelodien lieber sind, als einschmeichelnde, glatte Schla(f)flieder liegt bei Wizard goldrichtig. Wizard sind neben Sacred Steel die Macht.
10,0 Punkte
Marco.